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Monday, July 29, 2013

Challenge vor der Challenge

Lieben Dank für die herzlichen Glückwünsche. 

Für meinen Startplatz bei der DATEV Challenge Roth 2014 stand ich am race-after-day 90 Minuten vor Einlass, also bereits um  8.00 Uhr vor dem Festzelt und reihte mich als geschätzt 184zigster in die Schlange ein. Meine schon und übrigens auch gut und gerne, dass nachdem heurigem Ausverkauf des Challenge binnen 2:50 min sec  - via Online-Anmeldung ein paar Tage später - nächstes Jahr vor dem Zelt campiert werden wird. 

Mit einem ganz gewaltigem Chaos ist nicht nur wegen der internationalen Beliebtheit des "best old race" zu rechnen. Vielleicht sind die Hauptverantwortlichen sowie Hauptverdächtigen, in der Hauptsache die Familie W., gut beraten ein Kontingent für Triathleten der Region einzurichten?




Tuesday, July 9, 2013

Faszinierende Atmosphäre in Mainhatten

Eigentlich hat alles bei der IRONMAN Europameisterschaft am 7.7.2013 ganz vorzüglich geklappt. Eigentlich? Die Zielzeit zu erreichen ist eine hohe Kunst. Frankfurt war hart und lehrreich. 

Hitze!!! Von innen, von außen und von oben. Vom Fighten. Von den vielen und Tausenden Zuschauern im Zentrum der Metropole entfacht. Von einer Innenstadt abgestrahlt, die vom Donnern der Sonne in einen Glutofen verwandelt wurde. Faszinierender Wahnsinn! Methodisch einwandfrei organisierter Wahnsinn kollektiv ausgelebt! Einfach genial. Hart sollte es werden. Hart, ziemlich hart. Einem der Top-Profis brannte auf der Finishline die letzte Sicherung durch, ein anderer bewegte sich die letzten Kilometerchen in einer 10/11er-pace Richtung Ziel, und einer war so verpeilt, dass er anstatt nach der vierten Runde nicht nach rechts Richtung Römer auf den roten Teppich abbog, sondern in ein fünftes Ründchen navigierte!

Auch bei mir lief erstmal alles cool. Die Schwimmtaktik ging auf. Das Schwimmen zusammen mit ungefähr 2500 anderen bekloppten Amateuren war spaßerfüllt - Fröhnung! Von der Schwimmzeit beflügelt fühlte ich mich weiter locker und war 100 Kilometer richtig schnell auf dem Rad. Bevor es windiger und windig wurde. Schon bei Kilometer 130 circa ging dann das erste Lämpchen aus. Dabei wollte ich doch weiterdrücken! Erste Krämpfe konnten mit vermehrter Elektrolytaufnahme abgemildert werden. Zumindest "flog" ich dank geiler Anfeuerung des Publikums zum zweiten Mal den "Heartbreak Hill" hinauf und verpresste in der langen und leichten Abfahrt zur City hinein einen 15 Minuten vor uns Amateuren gestarteten Profi.

Von der Logistik lief`s generalstabsmäßig aalglatt. Der Anreisetag war zwar Stress pur, Wettkampfbesprechung und Startnummerabholung standen zudem auf dem Zettel. Dafür verlief der Samstag wesentlich entspannter, die Unterkunft erwies sich als prima und ruhig, sowie als strategisch überaus günstig gelegen. So blieb genügend Zeit um am Mainkai zu sitzen und auch einige Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt in Augenschein zu nehmen. Als dann die Ausrüstung an Ort und Stelle gebracht war konnte es meintewegen losgehen. Richtig ruhig wurde ich am Samstagabend allerdings nicht mehr. Lag nicht am "Stopfen" mit Pasta und Kartoffelsalat, sowie Blattsalat übrigens auch. Sondern?  Warum eigentlich soll es Amateuren anders gehen als Profis? Wenig Schlaf zum Sonntag, wecken um Punkt 3.30 Uhr. Alle Systeme im grünen Bereich. 

In der Wechselzone 2 fand ich erst nicht meinen roten Beutel und büßte circa 20 Sekunden ein. Am Zelteingang wurde ich von einem Volunteer gemustert, nachdem ich noch grinste und moserte, dass das Radfahren anstrengend war. Als ich gefragt wurde, ob alles gut ist, dämmert mir, dass der Marathon eher unflüssig werden würde. Raus aus dem Zelt und rein in die Glut. Hier wird Eisen geschmiedet! Ein weiteres Lämpchen ging aus.

Schon in Runde 1 war die Birne weich. Zwar lief ich noch wie geplant die ersten 10k flott durch, allerdings gabs gleich zu Beginn von Runde 2 den Gong. Düsentriebwerk ausgefallen, Propeller erfolgreich gestartet. Zweimotorig surrte ich schon leicht angepisst in die dritte Runde und hatte dann bei Kilometer 23 keine Lust mehr, schaltete beide Triebwerke ab und ging in den Sinkflug über (langsames, unmotiviertes Gehen), um an einer Verpflegungsstation erstmalig vernünftig zu trinken, was  nur im Stehen möglich war. Beim Wiederanwerfen stotterte das rechte Bein (Ansatz eines Wadenkrampfs) und ich wurde wegen des Schieflaufens von den in Anglerstühlen sitzenden, biertrinkenden Zuschauern gefragt besser angepöbelt, ob der Seitenwind wirklich so schlimm wäre. Schlimm war auch der Verzehr von Salz. Angepisst würgte ich den Motor ab und beschloss bei KM 26 ins Ziel zu wandern. Allerdings reagieren einige coole Zuschauer auf meinen Gesichtsausdruck mit Geringschätzung, so dass beide bleischweren Beine wieder laufen mussten! Frenetisch wurde ich von exakt den selben Zuschauern angefeuert! 
Ab KM 30 stieg ich ernährungstechnisch auf Cola um. Das war zwar brühwarm, konnte man aber mit Eiswürfeln runterkühlen. Langsam surrte ich dahin, mit gutem Gefühl Richtung Ziel. Denn zu einer Blamage würde es nicht kommen, Birne wieder hart. Eine neu hochgerechnete Zielzeit, die irgendwer vom Triathlon-Forum-Pavillion verlauten ließ, war jetzt machbar und wurde dann auch realisiert.

Auf der Zielgeraden lies ich es mir nicht nehmen, hemmungslos den Verbissenen zu geben, legte hinkend einen eher mäßigen Endspurt hin, zog meinen Hut (Käppi), verzichtete auf weitere Posen und gratulierte dem erstbesten Volunteer zu der gelungenen Veranstaltung, nahm die sehr schöne Medallie in Empfang, bevor ich erneut gefragt wurde, ob es mir gut geht.

Im Zielbereich  traf ich auf bekannte Gesichter, und auf Eistee, Bier und köstliche Pizza Magarita. Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht: die Verpflegung mit Gels auf der Radstrecke war dünn.

!!!  I LOVE FRANKFURT  !!!



Thursday, July 4, 2013

Pre-Race Bericht

Alles in Butter. Es ist: alles in Butter.  Weil Sommer. Es ist Sommer! Endlich. Siesta Mexicana?

In der Bude hat´s unter dem Dach  35° Celsius und man tut Eiswürfel in die nicht unbedingt alkoholfreien Getränke. Man läuft barfuß herum, hängt im Freibad oder am See ab und fährt mit dem Kettler-Alurad auf ein Eis in die Stadt.  Aber: am Schrank lehnt das Zeitfahrrad. Was signalisiert dieses? Harte Arbeit steht am Wochenende bevor. Es ist soweit. 


Gestern mussten Reifen gewechselt werden, weil ich mir einen Splitter eingefahren hatte vorgestern. Jetzt hatte ich den Schlauch gezwickt und infolgedessen beschlossen lieber zwei Reserveschläuche auf das längste Einzelzeitfahren und die 180,2 Kilometer mitzunehmen, kein Witz. Man kann ja nie wissen. D.h. wenn schon ein Platter, dann bitte Debaklis! Zum Beispiel am "Heartbreak Hill" in Bad Vilbel vor zig tausend Zuschauern und laufenden Kameras. Da will ich es mir leisten können einen Schlauch zu versemmeln. Um die Spannung auf die Spitze zu treiben freilich. *edit: die TV-Rechte und die Vermarktung muss man mittels Unterzeichnung der Teilnehmebedinungen an den Veranstalter Xdream Sports & Events GmbH abtreten. Die Veranstaltung wird 7h im TV übertragen. 

Von der Logistik her habe ich mir das  Logistik-File  in Form einer 25seitigen losen Blattsammlung ausgedruckt, mehrfach durchgelesen und mit verschiedenen Farben: rot = sehr wichtig;  orange = wichtig  und hellblau = Achtung, nicht vergessen! markiert. Zur Beruhigung fertigte ich ein Exzerpt an. Dieses wird dann heute Abend  vor dem Einschlafen gelesen und morgen früh auswendig gelernt. Sehr wichtig ist, soviel weis ich schon jetzt, dass in den blauen Beutel der Helm kommt und der rote Beutel nicht in die Drop-Box der Wechselzone 1 darf, d.h. erst am Sonntag Abend nach dem Rennen darf alles irgendwie irgendwohin gepfeffert werden... (logistische Fehler sind nicht 100% ausgeschlossen, sollten aber soweit ausgeschlossen werden. Wie dem auch sei, es ist Extremsport. Gab ja schon welche, die desorientiet nach dem Finish mit dem Rad von Roth nach Chemnitz heimgefahren sind. Auf der Autobahn! Oder beim bike-check-in das Bike nicht dabei hatten! Gerade lese ich eine e-mail des Veranstalters. Wettkampfbesprechung ist Pflicht! Nicht nur wegen der Doping-Kontrollen muss man da wohl hin).
Im Laufe des Tags werden alle relevanten Ausrüstungsgegenstände erstmalig mittels Haufenbildung gruppiert. Die Haufen werden dann kritisch-emanzipistisch gemustert, alsdann werden Evaluierungen durchgeführt, um die auf ein Minimum reduzierte Ausrüstung entsprechend den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung oder Probabilistik (vgl. Axiome von Kolmogoroff) und den Regeln der Kombinatorik im Ereignissraum Omega neu und richtig anzuordnen! ;-)


Die letzten Trainingswerte lassen eine erfolgreiche Teilnahme erwarten. Der Coach ist soweit zufrieden, die Renntaktik steht.  Nicht zu langsam loslegen, nicht überziehen und nicht unbedingt langsam werden. Die Massenstarttaktik im Langener Waldsee wird jedoch nicht verraten, hoffe sie geht auf! Im Radsplit darf ich mich an die Rennvierteilung von Joe Friel aus der Triathlon-Bibel halten. Wobei ich auf den ersten 12,5 Kilometer bis zum "Biest", dem mittelprächtigen Anstieg vor dem großen Anstieg, Tempo machen will. Jedenfalls wird wohl der Wind nach dem Wendepunkt bei Friedberg ein Wörtchen bei der Radzeit mitreden. Aber warum eigentlich? Kann ja auch mal windstill sein!  Was das Laufen angeht, so soll ich im Gegensatz zum IRONMAN SUI Anno 2011nicht zu schnell anlaufen. 

Krank bin ich auch nicht geworden, ab morgen wird carbogeloaded und schon bald geht`s auf die Autostrada. Mal sehen, ggf. lassen sich pics auf fb einstellen.